Nachhaltigkeit messen statt schätzen: Wie IoT und Echtzeitdaten die Baubranche verändern
Shownotes
Die Siegenia Gruppe setzt auf Datenanalyse, um die Nachhaltigkeit in der Baubranche voranzutreiben. Markus Bade, Chief Business Development Officer, betont die Bedeutung von Daten für die Berechnung des CO2-Fußabdrucks und die Etablierung nachhaltiger Prozesse. Die Digitalisierung ermöglicht es, Nachhaltigkeitsdaten wie CO2-Emissionen und Energieverbrauch zu ermitteln. So können Klimaziele durch Maßnahmen wie die Senkung der Heiztemperatur, die Umstellung auf LED-Beleuchtung oder die Investition in Solartechnik erreicht werden. Die Ermittlung der tatsächlichen CO2-Emissionen von Produkten zeigt die Überlegenheit realer Daten gegenüber generischen Datenbankwerten. Die Einführung eines digitalen Produktpasses unterstützt die Kreislaufwirtschaft. Die Investition in das Nachhaltigkeitsmanagement verschafft Siegenia Wettbewerbsvorteile, erfüllt zukünftige Berichtspflichten und verbessert die Risikobewertung durch Banken.
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Bernhard Steimel [00: 00:28] Smarter Service Talk mit Markus Bade. Schönen guten Tag. Hallo Markus.
Markus Bade [00: 00:34] Hallo, lieber Bernhard.
Bernhard Steimel [00: 00:36] Markus, Du bist heute unser erster Gast. Der Smarter Service Talk. Ist das ein Format, was es eigentlich schon mal gab? Auf YouTube. Und wir haben das jetzt wiederbelebt und im Kontext unserer Forschungsaktivitäten im Bereich Digitalisierung mit Nachhaltigkeit. Sag mal, Markus, was hat dein Job und du als Person denn mit den beiden Themen zu tun?
Markus Bade [00: 01:01] Vielen Dank dafür, dass ich heute den den Restart begleiten darf, der zu meiner Person und zum Unternehmen. Sie gehen ja. Mittelständisches Unternehmen, knapp 3000 Mitarbeitende. Wir sind im Bau zulieferumfeld aktiv. Das heißt also in der Bauwirtschaft, Wir beliefern die Bauelemente Industrie, Türen, Fenster, Schiebesysteme mit allem, was so an Anbaubeschlägen notwendig ist das Metall im Fenster, Metall in den Türen und dazu kommen noch Lüftungssysteme. Und wir bewegen uns immer mehr auch in eine Smartifizierung von Gebäuden. Und da arbeiten wir auch aktiv, sind vornehmlich im Bereich der Wohnungswirtschaft unterwegs. Meine Rolle weil sie gehen ja. Ich bin Teil der Geschäftsleitung und dort für das Strategische Geschäftsführer, für die strategische Geschäftsentwicklung sowie Produktmanagement zuständig. Und dazu gehören auch die strategischen Themenfelder Nachhaltigkeit und Digitalisierung.
Bernhard Steimel [00: 02:05] Nun, Markus, wir kennen uns ja. Über unsere Studienreise Digitale Vorreiter im Mittelstand haben wir im letzten Jahr ein Interview zu geführt. Und da sagtest du mir so sinngemäß Ja, wir haben eine digitalisierte Nachhaltigkeitsstrategie. Was ist das, Was versteht ihr darunter?
Markus Bade [00: 02:25] Wir und ich persönlich sind davon überzeugt, dass. Die Digitalisierung. Ein Mittel ein Tool ist. Und wir sind davon überzeugt, dass die Nachhaltigkeit, genauso wie wir es in den 90er Jahren 2000 Jahren hatten, mit der ISO 9001 Zertifizierung als selbstverständlicher Teil der Unternehmensprozesse etabliert werden muss. Und wir glauben auch zutiefst daran und ich persönlich ebenfalls, dass wir das nur gut hinbekommen, indem wir das in alle Prozesse hineinbringen, auch das Thema der Nachhaltigkeit. Und da wird uns die Digitalisierung ja helfen. Sie hilft uns auch aktiv schon schon, auch da Informationen, wo sie anfallen, schon direkt in die richtigen Felder einzutragen. Und wir haben festgestellt, im weiteren Verlauf, wenn wir schon dann darauf eingehen, dass wir viele Informationen haben, die nur an die richtigen Stellen getragen, schon auch zur Auswertung Möglichkeiten führen. Und wenn man die richtigen Tools einsetzt, das sind dann Softwarelösungen, dann sieht man da auch schon erste Effekte und nur so kriegen wir auch eine Akzeptanz hin. Wenn ich den Mitarbeitern sage, Ihr müsst jetzt zu eurer heutigen hundertProzentigen Auslastung noch mal 10 % on top drauflegen und das Ganze kompensieren, ein bisschen durch mehr Effizienzsteigerung, dann kannst du dir ungefähr vorstellen, dass die Akzeptanz bei den Mitarbeitern nicht gerade sehr groß ist. Und deswegen macht es vorher schon ganz klar Sinn, sich zu überlegen welche Informationen benötige ich? Wo liegen diese Informationen vor und wie kann ich diese Informationen einmal an die richtige Stelle eintragen, sodass ich dann auch schon ein hohes Maß an Auswertung Möglichkeiten habe? Und nur so bekommt man auch eine Akzeptanz in einem Unternehmen und bei den handelnden Personen.
Bernhard Steimel [00: 04:20] Ja, wir haben das in unseren Gesprächen zu der Studie ESG im Mittelstand mitbekommen, dass gerade diejenigen im Unternehmen, die für das Thema Nachhaltigkeit zuständig sind, da darunter leiden, kann man schon fast sagen, die Daten verfügbar zu machen. Deswegen jetzt mal ganz praktisch Wie hilft denn jetzt die Digitalisierung? Die hilft, das Internet der Dinge, um jetzt zum Beispiel die Energieverbräuche einzusammeln?
Markus Bade [00: 04:59] Ich lege noch mal eine einen kleinen Zwischenaspekt mit rein, der wichtig ist. Ich muss mir natürlich im Vorhinein in einer Analyse, in einer Strukturanalyse Gedanken machen welche Informationen sind relevant, damit ich dann das, was sogar angesprochen hast, dann auf einer Reporting Ebene auch auswerten kann. Ich muss vorher schon mal die Struktur kennen und in dem Zusammenhang ist es dann relevant zu gucken, welche welche Daten benötige ich dazu. Und dabei ist dann sind verschiedene Aspekte wichtig Datenlogger, dass das Energy oder Metering Systeme, die ich in Produktionseinheiten habe. Wir hatten vorher schon an einem Standort Monitoring Systeme in den Produktionseinheiten, an den Maschinen, in den Bereichen und haben da schon die Möglichkeit gehabt, Energie zu messen. Und dadurch, dass wir wussten, okay, wir haben diese Information, vieles uns leicht diese Information mit dem entsprechenden Datenfeld zu verknüpfen. Ähm, um auf die Art und Weise dann zu sagen okay, dieser Bereich, diese Maschine hat entsprechende Energiebedürfnisse. Wenn man das weiterspinnt, kann man auch dann beim Aufnehmen von Schrott, das heißt also im metallverarbeitenden Gewerbe oder produzierende Gewerbe fällt ja auch Abfall an und der, dieser Abfall, der wird ja heutzutage auch in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt. Dabei findet eine Gewichtsaufnahme statt. Das heißt, das Material muss ja getrennt werden. So wie wir das im Privaten auch machen, ist es in dem Unternehmen ebenfalls der Fall. Es wird sortenrein sortiert, das wird gewogen und das wird dann zurückgeführt. Und diese Werte kann man ebenfalls sehr sauber schon direkt an die richtige Stelle eintragen oder diese Information da verknüpfen. So hat er sich dann verschiedenste Informationen wie Energieverbrauch, ich aber auch Material, Verbräuche. An den richtigen Stellen habe. Und IoT ist eine große Hilfe, wenn es darum geht, auch in einer vielleicht nicht so vorhandenen geschlossenen IT Datenstruktur. Wenn da Netzwerkkabel fehlen, kann man auch mit smarten Metering Systemen agieren und dann bestimmte Bereiche per Funk Systeme dann auch anbinden. Also da gibt es viele Möglichkeiten, auch unter Sicherheitsaspekten, die man da heutzutage einsetzen kann.
Bernhard Steimel [00: 07:22] Ja, ja, es ist ja durchaus nicht trivial, an die Daten heranzukommen. Wenn ich mir so eine Produktionsstätte vorstelle, da sind ja viele Maschinen auch unterschiedlicher Hersteller. Wie kommt er da an die Daten ran?
Markus Bade [00: 07:41] Bei neuen Maschinen kann man das heutzutage schon mit dem Maschinenlieferanten vereinbaren. Dass dort auch entsprechende Datenlogger, Datenerhebung Monitoring Systeme mit integriert sind und bei den Anlagen, die vielleicht auch älteren Ursprungs sind. Da kann man übliche Monitoring Systeme dazwischenschalten, um auf die Art und Weise auch die entsprechende Energieperformance zu messen und dann auch direkt den Bereichen zuzuordnen. Also wenn du eine Gruppe hast, das ist ja das Gute an der anderen produzierenden Gewerbe Du hast eine Gruppe von bestimmten Maschinen und diese Gruppe, wenn jeder da, der der Gruppenteilnehmer eine entsprechende Adresse hat, dann kannst du eine Gruppe gruppieren, kann sagen also im Stadtzentrum sind die Anlagen drin und die Messwerte kannst du dem dann direkt zuordnen. Das heißt also, in der Produktion fällt das uns relativ leicht, da es auf Hallenebene auch auf Maschinenebene zuzuordnen. Dann gibt es Prozessbereiche wie eine Galvanik, da kann man praktisch den kompletten Bereich messen. In der Verwaltung ist es natürlich ein bisschen schwieriger. Da geht man in der Regel also die Verwaltungsbereiche kann man messen, messen wir auch im Bereich Strombedarf und Heiz Wärmebedarf. Aber da muss man sich dann schon überlegen, dass man dann über sinnvolle Verteilungsschlüssel geht. Das heißt also entweder über Quadratmeterzahl oder über Personenzahl. Da kann man auch einen Mix bilden, sodass man dann sinnvolle Verteilungsschlüssel in den in den Bereichen vornimmt, die nicht unmittelbar direkt mit dem Energieverbrauch selber ausgestattet werden können. Möchtest du? Da möchte ich auch nicht an meinem Rechner dran haben.
Bernhard Steimel [00: 09:16] Okay. Ja, jetzt stellt sich natürlich die Frage Was macht man damit? Du hast Stand ja im November bei uns auf dem Green Monday und hast dein Smartphone gezogen, hast gesagt Ja, ich habe alles auf meinem Smartphone, kann ich euch zeigen. Wie macht ihr das denn?
Markus Bade [00: 09:37] Wir haben eine eine Software, eine ethikgestützte Lösung eingeführt von einem sehr. Etablierten, sehr bekannten Anbieter, der in dem Bereich weltweit agiert. Und da muss man dann das Rad nicht neu erfinden. Diese Softwarelösung hat sehr saubere Strukturen. Die ist unterteilt auf einer. Eine Lösung ist unternehmensbezogen, das heißt, die bildet mir die Standorte ab. Und dann gibt es die zweite Lösung. Da komme ich dann im späteren Verlauf noch drauf, wo ich dann auch diese Daten dann in meine Produktwelt überführen kann, sprich Ableitung vornehmen kann. Auf der Produkte Ebene. Auf der Unternehmensebene habe ich da sehr sauber Strukturen. Da sind also sämtliche Informationen vorbereitet, die es uns dann erlauben, auch diese Art konforme Reports herauszugeben. Die Strukturen sind da hinterlegt, ordentlich, kann dann die entsprechenden Datenfelder füllen. So wir gerade. Wir haben Strom gehabt. Ich habe schon einmal den den Abfall oder den die in den Schrott Aufwand reingenommen. Ich habe da die Möglichkeit direkt die Tankrechnungen unserer Flotte auch direkt eingeben zu lassen, sodass wir sagen, in der Vergangenheit haben wir viele Informationen in Form von Emails, PDF, Anhänge und was auch immer bekommen. Und heutzutage halten wir unsere Lieferanten an, die Information in einem digital lesbaren Format zur Verfügung zu stellen und da, wo es möglich ist, sogar direkt in dem System auch einzupflegen, sodass wir dann zum Beispiel auch die die Tankbelege der Mitarbeitenden schon direkt mit einlesen. Wir sehen, was wir an Heizöl einkaufen Materialverbräuche für die Produktion. Hilfs und Betriebsstoffe sind da mit drin. Es sind viele, viele Datenpunkte, die wir da dann auch entsprechend mit echten Daten, aber auch mit generischen Daten da, wo sie nicht unmittelbar vorliegen, erfüllen können. Und um am Ende des Tages dann eine saubere Abbildung zu haben über den gesamten CO2 Fußabdruck des Unternehmens. Die Energy Performance, den Energiemix natürlich auch haben, aber dann auch ein klares Reporting Tool da drin haben. Also wir haben klare Kennzahlen festgelegt, die wir messen, die wir auch in den Zielen auf Konzern, aber auch auf persönlicher Ebene runtergebrochen abbilden, sodass dann jeder sich auch die Kennzahlen anschauen kann. Klar definierten, einfach zu verstehenden Zahlen, die wir auch jeden Monat mit allen Mitarbeitern im Unternehmen auch gegenüber darstellen.
Bernhard Steimel [00: 12:12] Also ich hab volle Transparenz für ihr und für euer Nachhaltigkeitsmanagement. Dann gibt es ja auch sicherlich Erfolge zu vermelden. Kannst ja vielleicht vielleicht mal eine Sache, die du mit der Öffentlichkeit teilen möchtest in Sachen Zahlen, Daten, Fakten geben. Weil es scheint ja schon wichtig zu sein zu zeigen Hey, wir werden besser, wir verbessern uns. Durch das Messen wissen wir, wo der Hebel ist und können entsprechend auch gezielter uns verbessern.
Markus Bade [00: 12:44] Ja, ähm, das eine ist, wir haben im Start weg einen Klimaschutzfahrplan für uns entwickelt, mit einem Blumenstrauß an ganz konkreten Maßnahmen. Diese Maßnahmen sind im gleichen System drin und jede Maßnahme ist mit ihren Effekten. Das heißt also, was ist der Beitrag zur Reduktion von Primär Sekundärenergie und auch der direkten Auswirkungen auf den CO2 Fußabdruck in einem? Das ist ein theoretisches Modell, das heißt, wir können simulieren. Wie sieht es dann aus, wenn wir Maßnahmen durchführen? Das ist das eine. Und wir sehen jetzt parallel die Maßnahmen greifen auch das. Also da gibt es auch ein Investitionsplan dahinter und da sind Maßnahmen, wie zum Beispiel das Absenken der Heiztemperatur. Dazu sind wir ja die Wirtschaftsunternehmen aufgefordert gewesen, im Rahmen des Angriffskrieges Russland gegenüber Ukraine und den den drohenden. Schwierigkeiten in der Energieperformance Bereitstellung sind wir ja alle dazu angehalten gewesen, die Durchschnittstemperatur in den Büros abzusenken. Das konnten wir sofort messen. Das heißt also, von dem Moment an, wo die Heizperiode wieder angesprungen ist, gingen in dem Jahr schon direkt die die Energieperformance Daten runter, haben sich dann direkt im ersten Jahr um knapp 18 % nach unten hin bewegt. Positiv, also weniger Energie, die wir eingekauft haben. Es hat auch ein wenig den Schmerz gelindert bei den gleichzeitig exorbitant gestiegenen Energiewerten. Im Jahr darauf hat sich der Wert weiter vollzogen, aber dann Folie Effekt auch lassen konnten. Gleichzeitig haben Maßnahmen wie LED Beleuchtung, Umstellung, LED Beleuchtung in der Produktion zu signifikanten Verbesserungen geführt und wir haben im letzten Jahr ebenfalls wieder knapp zweistelligen Bereich unsere Energie Performance senken können und gleichzeitig auch unseren CO2 Fußabdruck jetzt in den letzten zwei Jahren kontinuierlich um zwischen zwölf und 16 % senken können. Was ich bemerkenswert finde. Und du kannst das ausweisen. Kannst du es sehen. Du kannst es kommunizieren. Und wir werden in diesem Jahr durch Umstellung konsequent auf Grün. Strom war global an den Standorten. Ebenfalls sehr. Nicht nur für Deutschland werden ja auch Produktionsstandorte in Polen und China. Wenn wir weiter eine signifikante Verbesserung feststellen und wir steigen dieses Jahr ein in der Herstellung von eigener regenerativer Energie, indem wir in Solar Technologie investieren. Und auch dort werden wir unseren Strombedarf in der nahen Zukunft so ungefähr 20 % selber decken können.
Bernhard Steimel [00: 15:20] Dann lasst uns mal dieses Themenfeld verlassen. Jetzt haben wir über den Sag mal die Herausforderung Nachhaltigkeitsmanagement auf Unternehmensebene gesprochen. Lass uns mal über eure Produktwelt sprechen. Es gibt ja viele Unternehmen, die jetzt selber einen neuen Aufwand haben. Die Erstellung von Umweltproduktdeklarationen im englischsprachigen Raum, kurz epd genannt. Ja, da kommt viel Handarbeit auf einen zu. Wie habt ihr es euch denn gelungen, das zu digitalisieren?
Markus Bade [00: 15:59] Selber gesagt wir haben die Unternehmensprozesse in einem System sauber abgebildet und wissen dadurch, was das Unternehmen, die Bereiche, die einzelnen Standorte an CO2. Produzieren. Denn wenn man das das kann man das runterteilen auf die Tonnen produzierte Ware und kann dann sagen so messen wir das auch. Jede Tonne, die wir produzieren, hat einen bestimmten Wert an CO2, den wir dem Markt mitgeben. Die gibt es ja, die die nächste Stufe, die gar nicht sagt. Okay, das ist nett, dass wir wissen, dass ihr wir wissen, was sie das Unternehmen Äquivalenz dort auch an CO2 mitgibt. Aber wir wollen es auch auf dem Produkt wissen. Das heißt also, jedem Produkt wird ein entsprechender Pass mitgegeben. Das sind Isogrundlagen, die dahinterstehen, auch in der Struktur. Und wir haben dazu die basieren auf denen auf der Software. Die nächste Lösung auch eingeführt, die es uns ermöglicht, die Daten aus den Bereichen, aus den Werken runterzubrechen, zu verknüpfen. Mit den Informationen aus den Stücklisten in der Stückliste ist ja drin, welcher Werkstoff, welche Menge und welche Bezugsquelle und haben können auf die Art und Weise die eher Petstammdaten verheiraten mit den Performancedaten aus dem aus dem unternehmensübergreifenden System und haben auf die Art und Weise die Möglichkeit, die sogenannten LKA's Lifecycle Assessments für Einzelprodukte voll digital erstellen zu können. Also es gibt die gibt eine gewisse Struktur. Das eine ist jedes Produkt hat eine eigene Produktkategorie, Rue sogenannte Picias. Und wenn ich diese. Das ist die Grundregel, wie zum Beispiel Baubeschläge rund um das Thema Fenster bewertet werden, dann gibt es das sogenannte LKA. Das ist dann die Berechnung. Und in die fließt ein an die Art des Materials, die Art der Produktion, der Lieferant, Wo kommt das Material her, welche Lieferketten sind dahinter? Und sie betrachtet auch und das ist der Riesenvorteil zwischen einer, äh, eine epd eines Unternehmens. Wir arbeiten komplett bis hin zur zum Recycling Phase. Wir können also auch sehr genau die Recyclingquoten abbilden, die Energie Performance bei elektromechanischen Produkten. Wie viel Energie brauchen denn die Produkte, wie viel Wartung? Wie lange halten die Produkte? Wie müssen sie geschmiert, geölt, Batterie wechseln usw. Also am Ende des Tages gibt es eine Tabelle, die sehr genau diese Lebenszyklus Daten auch herausgibt. Die stellen wir unseren Kunden auch zur Verfügung. Die sind aber auch Basis dann für das offizielle Dokument, was durch externe Stelle dann verifiziert wird. Und dann am Ende kriegt man Zertifikaten, Stempel und der gesamte Prozess, den haben wir uns zertifizieren lassen. Das heißt also, diese ganze digitale Kette ist zertifiziert, so dass der Verifizierer gar nicht mehr das Unternehmen sich anguckt, den Prozess anguckt, sondern die Daten auf Plausibilität prüft und dann relativ schnell uns dann auch ein Zertifikat zur Verfügung stellen kann.
Bernhard Steimel [00: 19:13] Okay. Ja, das klingt ja schon ahnen. Dazu braucht er auch die Mitwirkung eurer Lieferanten. Wie kommt denn bei denen an die Daten und wie schafft es das, dass nicht in jeder jedweden Format rein rein reinkommt?
Markus Bade [00: 19:31] Ja, das war eine ganz spannende Herausforderung. Ähm, ich sage noch nicht ganz abgeschlossen. Kann so vorstellen und muss natürlich mit vielen, vielen Lieferanten reden. Und da.
Bernhard Steimel [00: 19:44] Haben wir nun mal.
Markus Bade [00: 19:45] Genug. Auch einige 1000.
Bernhard Steimel [00: 19:47] Einige 1000.
Markus Bade [00: 19:48] Ja, aber man kann. Man macht dann Cluster und sagt dann also ABC Lieferanten und ich denke mal, das ist bekannt. Stahl kommt von wenigen Großkonzernen. Die haben sich am Anfang schwergetan, uns echte Zahlen, Daten, Fakten zu liefern. Da haben wir am Anfang mit generischen Daten aus der Materialdatenbank gearbeitet, die in dieser Softwarelösung implementiert ist. Und diese Softwarelösung arbeitet mit den großen Materialdatenbanken der Welt zusammen. Das heißt also, die Informationen, die da drin sind, kann man schon hervorragend heranziehen, Die füllt einem schon mal Daten, Lücken. Da sind auch die Lieferketten da drin. Wenn ein Stahlwerk in Wales zum Beispiel. Stahl zu uns hin liefert und wir wissen das, dann kennen wir auch die Lieferkette und den Aufwand für Transport, Logistik hintendran. Das war so der Einstieg und haben dann angefangen, in einer weltweiten Lieferantenbefragung sogar die ersten 300 Lieferanten abzugreifen. Hohe Rücklaufquote, weil Viele unserer Lieferanten kennen das Prozedere mittlerweile und haben jetzt auf die Art und Weise dann sehr genaue Strukturanalysen durchführen können. Und zwar Wie genau ist die Lieferkette, wo kommt das Material genau her? Und das hat uns noch mal zu einer Performance Verbesserung geführt. Also die generischen Daten waren schon gut, aber durch diese Rückfragen bei den Lieferanten und den entsprechenden Verknüpfungen der neuen Informationen haben wir festgestellt, dass das viele Daten noch so vor sich. Kaufmann waren. Und heute schon deutlich. Noch mal zu einer Performance Verbesserung führen, weil wir jetzt mit realen Daten arbeiten und das ist eine riesen Leistung. Und auf die Art und Weise hat auch manch Lieferant uns gesagt Ja, wir machen jetzt auch mit. Also es gab große Logistikunternehmen, die am Anfang gar nicht in der Lage waren, die Daten rein zu spielen und System. Die haben sich jetzt aber weil wir nicht die einzigen sind, weil verschiedene Player im Markt diese Fragen stellen, haben sich jetzt entsprechend auch aufgestellt und sind jetzt auch in der Lage, auf einmal Daten nicht mehr per Fax rein zu schicken oder per Scan eine PDF, sondern tatsächlich auch Datensätze und zur Verfügung zu stellen quartalsmäßig, die wir dann bequem einlesen können. Das hat sich dazu einen dynamischen Prozess gegeben und wir sehen momentan, dass wir die nächste Generation Updates wieder um weitere Prozentpunkte besser sind als das, was wir ursprünglich mal als Einstiegsreferenz hatten.
Bernhard Steimel [00: 22:10] Aber jetzt muss ich, erinnere ich mich an dann unser Gespräch beim Green Monday und da ist auch eine Zahl genannt. Das fand ich sehr beeindruckend. Du meintest also ja die Daten aus den Referenzdatenbanken. Die sind dann deutlich schlechter als die Echtdaten. Das verwundert jetzt nicht. Aber du hast auch eine Zahl genannt. Du sagtest gleich, dass die Echtdaten gezeigt haben, dass ihr ja Emissionswerte habt, die 1/3 niedriger sind als die, die aus den Datenbanken gezogen habt. Ist das richtig in Erinnerung? Ja.
Markus Bade [00: 22:52] Ähm. Das muss ich noch ein bisschen erweitern. Äh. 1/3 gegenüber den Branchendurchschnitts gibt es. Die Branchen haben begonnen, über die Fachverbände sogenannte Verband lebt zu generieren. Und das ist dann praktisch ja der Branchendurchschnitt. Und da gegenüber sind wir bei einem Drittel. Das heißt also, wenn, wenn ein Produkt einem Branchendurchschnitt, ich sage jetzt mal zehn Kilogramm CO2 pro Tonne zwar für Hart Stahl, dann liegen wir bei drei. Gegenüber den Datenbankwerten, also aus den Referenzdatenbanken, die wir am Anfang verwendet haben zu unseren heutigen Gibts, die wir durch echte Datenerhebung haben, liegen wir ungefähr 10 % bis 15 % besser. Also wir sind also 1/3 gegenüber dem Branchendurchschnitt und noch weitere 10 bis 15 % je nach Materialgruppe gegenüber den Materialdatenbanken.
Bernhard Steimel [00: 23:56] Jetzt habt ihr ja sozusagen alle Daten, um eure Produkte aus der Nachhaltigkeitsbrille zu betrachten, sozusagen Sustainability by Design dann auch zu machen. Wie wirkt sich das auf das Arbeiten eures Produktmanagements aus?
Markus Bade [00: 24:19] Grundsätzlich, dass bei Festlegung von neuen Projekten der Nachhaltigkeitsaspekt sehr genau überschrieben sein muss. Das heißt also. Themen Wie muss das Produkt Recycling zum Recycling vorgesehen werden? Sehen wir eine Möglichkeit, das Produkt so vorzubereiten, dass es auch in ein reformishment Konzept hineinpassen kann? Das heißt also, es dort wie es die Lebensdauer anzusehen gibt? Ja, verschiedene konstruktive Ansätze, wie man Produkte auslegen kann. Das ist jetzt ein Punkt, der, den wir gerade mit aufnehmen in die vorbereitende Phase, bevor wir Produkte entwickeln. Und ein weiterer Punkt ist jetzt, an dem wir herangehen. Das ist die Art, wie wir Produkte entwickeln wollen. Da liegen wir gerade mit den Informationen, die wir vorliegen haben, neue Konstruktionsrichtlinien fest und wollen auch in der nahen Zukunft bei der Produktentwicklung, den Produktingenieuren, den Ingenieuren auch die Möglichkeit geben, Vergleichsrechnungen direkt am KD vorzunehmen zwischen verschiedenen Werkstoffen und verschiedenen konstruktiven Ansätzen.
Bernhard Steimel [00: 25:30] Jetzt seit je her gehört er zu den Unternehmen, die noch nicht Berichtspflicht fixiert sind. Aber bald, ich glaube 2015 seid ihr fällig. Aber wenn wir jetzt mal in der Gegenwart bleiben, was hilft euch jetzt diese Investition in die Datenbasis, in die Fähigkeit, ja selber evidenzbasiertes Nachhaltigkeitsmanagement zu machen? Wie hilft euch das zum Beispiel gegenüber den Banken? Und welche Möglichkeiten gibt es dort, daraus auch mal seine Refinanzierungsmöglichkeiten zu verbessern?
Markus Bade [00: 26:16] Also sind dadurch, dass wir kein Kapital am Kapitalmarkt orientiertes Unternehmen sind, also wir kein AG sind wir sind wir über die normalen rechtlichen Rahmenbedingungen ab 2025 dazu verpflichtet, für das Jahr 2025 in 26 einen ESG Report herauszugeben. Das ist erst mal so rein. Die technische Geschichte, die ist getrieben durch die und durch Europa, durch den New Greene Deal. Die EZB Europäische Zentralbank ist angehalten, die Geschäftsbanken, die da, die Nationalbanken, die wiederum die Geschäftsbanken, die Risikostreuung auch unter dem Aspekt etc. zu betrachten und durchzuführen und Unternehmen und Marktteilnehmer, die sich am Kapitalmarkt finanzieren, refinanzieren wollen und müssen, werden ab dem Zeitpunkt 25 26 dann auch einen solchen Report vorlegen müssen. Das wird nicht nur ein Hygienefaktor sein, das wird ein ganz klarer Anforderungsfaktor sein. Ansonsten werden Banken es schwierig haben, den dann den Finanzierungsanfragen stattgeben zu können. Dass es mal so der der Rahmen, die Rahmenbedingungen, unsere Banken, mit denen wir zu tun haben. Jedes Unternehmen hat. Hausbanken haben uns sehr früh darauf hingewiesen, dass sie von uns als Unternehmen schon frühzeitig mit eingebunden sein wollen in diese Betrachtung, da sie halt auch gerade dabei sind, ihre Bewertungskriterien entsprechend auch aufzubauen und das sehr konkret in Gesprächen an uns herangetragen worden. Also was tut ihr in dem Bereich? Wie kommuniziert ihr das Ganze? Wir sehen da noch nicht viel von euch, aber wir haben noch kein Gefühl. Aber wenn wir in der nahen Zukunft über Finanzierungsmöglichkeiten sprechen, dann sagen wir euch heute schon wir brauchen dann von euch auch entsprechende Aussagen. Die sind am Anfang. Das war auch akzeptiert, noch nicht strukturell in dem Rahmen drin. Aber wir sagen euch jetzt schon ab 25 werden wir da ein anderes Augenmerk drauf legen. Das waren die Gespräche, die wir im letzten Jahr hatten und das war auch noch mal für uns danach, eine Initiale zu sagen Gut, wir tun vieles und zwar im Bereich ich habe es gesagt auf der Ebene Nachhaltigkeit, auf der Unternehmensprozesse, Ebene, auf der Produktebene. Aber in dieser Art von Kommunikation über das Thema Social und gegen Balance auch ein ganz wesentlicher Punkt. Und demzufolge werden wir, da die entsprechenden Strukturen narcissat konform Regeln aufbauen. Da sind wir gerade dabei und haben auch schon in einem ersten Schritt den Banken gezeigt, was wir tun. Und das wird dann auch honoriert. Je nach Verhandlungsbasis kann man sich da auch schon einen kleinen, marginalen Vorteil holen, wenn es darum geht, Finanzierungsrunden Möglichkeiten abzuschließen. Und da gibt es Möglichkeiten. Auch heute schon. Und das wird dann in naher Zukunft ein absolutes Kriterium werden, wenn es darum geht, den Risikofaktor zu bewerten. Und dann ist es so Wer kein ESC konformes Reporting hat und auch nicht tut in dem Bereich, der wird in der Risikoklassifizierung höher eingestuft. Und dann wird es am Ende des Tages wie bei einer privaten Finanzierung. Auch wird sich das dann immer auch auf die Finanzierungskoalition niederschlagen.
Bernhard Steimel [00: 29:46] Bonus Malus System So kann man sich, das.
Markus Bade [00: 29:49] Wird heute vorgelebt. Das wird heute schon gelebt und ich kann nur jedem raten, auch mal mit der Bank zu reden. Wie seht ihr das denn heutzutage? Und dann wird man dann relativ schnell sehen, dass das die Banken da sehr offen sind. Und wenn die Bank nicht sogar schon auf die verschiedenen Geschäftsparunternehmen Geschäftspartner doch schon zugekommen sind, Zugang wird. Wir sehen auch, dass die Banken, die entsprechend große Bereiche gerade aufgebaut haben, die da auch durch die Lande ziehen und auch ihre ihre Kunden auch entsprechend auch sensibilisieren.
Bernhard Steimel [00: 30:19] Und ich glaube, dass es vielleicht jetzt auch nochmal wichtig festzuhalten Das betrifft jedes Unternehmen, auch die, die nicht berichtspflichtig sind. Und deswegen würde ich aber ganz gerne jetzt mal rückblickend mit Dir letzte Frage mal darüber sprechen Was sind jetzt deine Tipps an Entscheidern, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen wie jetzt vor zwei, drei Jahren? Und vielleicht machen wir es auch an diesem konkreten Beispiel fest. Weil das ist ja so handfest. Du zeigst den Leuten sozusagen alle deine Energieverbräuche auf dem Smartphone. Wie geht man da vor?
Markus Bade [00: 31:03] Als allererstes muss er sich über seine Rolle und über seine Position klar sein. Was muss ich überhaupt reporten? Das ist ein ganz wesentlicher Punkt. Was? Was wird gefordert und was muss ich machen? Da muss ich mir schon mal mich auch mit entsprechenden Fachleuten austauschen. Das würde gar nicht anders gehen, wenn ich die Expertise nicht im Haus habe. Dann ist es wichtig, sich schon auch Gedanken zu machen. Will ich das Ganze als Minimallösungen aufbauen, das heißt also mit minimalem Aufwand, mit der Gefahr, dass ich dann irgendwann auch nur sehr granulare Informationen habe, wo ich keine Stellschrauben habe, mich zu verbessern. Oder bin ich sogar so weit, dass ich sage, ich möchte gerne auch was verändern, ich möchte gerne besser werden. Ich möchte das auch als Wettbewerbsvorteil nutzen. Dann empfehle ich jedem, sich wirklich auch über eine entsprechende Softwarelösung auch Gedanken zu machen mit der entsprechenden Dienstleistungspaket, wo es darum geht, also auch sich sehr frühzeitig über die die Datenpunkte, die Datenquellen und die Verknüpfung auch auszutauschen und da auch eine Erhebung zu machen ohne nur eine klare Strategie in dem Bereich. Macht das keinen Sinn. So, wenn ich diese Strategie entwickelt habe. Ich habe eine Vision, ähm, ich möchte gerne kontinuierlich meine man besser entwickeln. Ich möchte mein CO2 Fußabdruck unterbringen. Ich möchte auch vielleicht noch weitere Effizienzgewinne auch holen und ich möchte das auch regelmäßig sauber reporten, um mich auch messen können, daran in Benchmarks gehen. Wenn ich da diese Vision so entwickelt, dann habe ich es relativ leicht, eine gute Strategie mit passenden Dienstleistern zu entwickeln. Und dann muss ich tatsächlich auch mehr diese Zahlen, Daten, Fakten, Quellen erheben muss. Die muss die Bereitschaft haben, diese Informationen auch zu verknüpfen und muss auch eine klare Digitalstrategie entwickeln. Da, wo Daten entstehen, dann müssen sie auch eingepflegt werden. Und wenn man dann mal so die ersten Schritte gegangen ist und dann sieht, ob sich in der Lage damit also relativ viel Informationen zu bekommen, macht es immer Sinn, sich auch Kennzahlen zu. Festzulegen, die ich messen möchte. Vier fünf Mehr braucht man da am Ende des Tages gar nicht. Und dann sehe ich auch tatsächlich habe ich mich. Verändere ich mich, werde ich besser? Werde ich vielleicht wieder? Und an welchen Stellschrauben muss ich drehen? Das ist so der Einstieg. Und dann, wenn ich einmal diese, diese IT Lösung geschaffen habe, dann fällt es mir auch leichter in die Ebene Produkt zu gehen, Dienstleistungen und das Ganze auch über die entsprechenden Depots darzustellen. Und wenn ich einmal das EH habe Viele Unternehmen sind im Bereich Social schon sehr stark unterwegs. Da fällt es mir auch leichter, in dem Bereich in einer ähnlichen Struktur dann die Social und die Governance Themen darzustellen. Und dann muss ich ja auch diese wesentlichen Strukturanalysen durchführen Was ist wesentlich, was muss ich entsprechend darstellen, was passt zu mir, was wird von mir gefordert? Und wenn ich das Stehen habe, dann, dann fällt es mir relativ leicht, am Ende auch ein funktionierendes System aufzubauen. Da sind viele Unternehmen auch wir sind da noch am Anfang. Große Kapitalgesellschaften kennen das schon seit vielen Jahren und sind da schon deutlich weiter. Aber auch der Mittelstand hat da seine Rolle und seine Aufgaben. Und ich denke mal, da sind viele, die schon ganz gut unterwegs sind und viele müssen jetzt leider wach werden und müssen jetzt schauen, dass sie diesen Weg begehen, denn 25 26 ist nicht mehr allzu weit entfernt.
Bernhard Steimel [00: 34:25] Genau so schaut's aus. Und wer sich dort zu dem Thema informieren will, der sollte am 19. Februar zum Green Monday kommen. Aber ja. Markus, herzlichen Dank für das Gespräch. War sehr informativ. Ähm und für alle Zuhörer. Dann beim nächsten Mal geht's auch um weitere Themen, die noch nicht feststehen. Es keine Überraschungen. Also bis bald.
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